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»Was? Wieso sollte irgendjemand .«

»Sie wurden umgebracht, damit sie sich nicht mit Ihnen treffen konnten. Kelly und ich würden gern nach Washington kommen und Ihnen erklären, was Ihnen unsere Männer mitteilen wollten.«

Einen Moment lang herrschte Schweigen. »Ich werde mich mit Ihnen treffen, aber nicht in meinem Büro. Hier gehen zu viele Leute ein und aus, das könnte gefährlich sein. Ich habe ein Haus in Southampton, Long Island. Dort können wir uns treffen. Von wo aus rufen Sie an?«

»Aus Denver.«

»Einen Moment.«

Drei Minuten später war die Senatorin wieder am Apparat. »Der nächste Flug von Denver nach New York ist ein Nachtflug der United, nonstop zum La Guardia Airport. Die Maschine startet um null Uhr fünfundzwanzig und trifft um neun Minuten nach sechs in New York ein. Falls sie ausgebucht sein sollte, gibt es noch einen .«

»Wir werden in dieser Maschine sein.«

Kelly schaute Diane fragend an. »Diane, was ist, wenn wir keinen ...?«:

Diane hob beschwichtigend die Hand. »Wir werden schon mitkommen.« _

»Am Flughafen wird ein grauer Lincoln Town Car für Sie bereitstehen. Steigen Sie unverzüglich ein. Der Fahrer ist Asiate. Er heißt Kunio, K-U-N-I-O. Er wird Sie zu meinem Haus bringen. Ich erwarte Sie dort.«

»Vielen Dank, Senatorin.«

Diane hängte den Hörer ein und atmete tief durch. Sie wandte sich an Kelly. »Wir haben alles in die Wege geleitet.«

»Woher wollen Sie wissen, dass wir in der Maschine mitkommen?«, fragte Kelly.

»Ich habe eine Idee.«

Die Rezeption des Hotels besorgte ihnen einen Mietwagen, und fünfundvierzig Minuten später befanden sich Diane und Kelly auf dem Weg zum Flughafen. »Ich weiß nicht, ob ich eher aufgeregt bin oder Angst habe«, sagte Kelly.

»Ich glaube, wir brauchen keine Angst mehr zu haben.«

»Aber allem Anschein nach wollten sich etliche Leute mit der Senatorin treffen, und keiner von ihnen hat es geschafft, Diane. Sie wurden alle vorher umgebracht.«

»Dann sind wir eben die Ersten, die es schaffen.«

Kelly sagte: »Ich wünschte, wir hätten .«

»Ich weiß. Eine Waffe. Das sagten Sie schon. Wir haben unseren Verstand.«

»Na klar. Mir wär’s lieber, wir hätten eine Waffe.«

Kelly warf einen Blick aus dem Seitenfenster. »Halten Sie an.«

Diane steuerte an den Straßenrand. »Was ist los?«

»Ich muss etwas erledigen.«

Sie hielten vor einem Schönheitssalon. Kelly öffnete die Autotür.

»Wo wollen Sie hin?«, fragte Diane.

»Ich lasse mich frisch frisieren.«

»Das soll wohl ein Witz sein?«

»Nein, keineswegs.«

»Sie wollen sich jetzt frisch frisieren lassen? Kelly, wir sind auf dem Weg zum Flughafen und müssen unsere Maschine erreichen. Wir haben keine Zeit .«

»Diane, man kann nie wissen, was passiert. Und falls ich sterben sollte, möchte ich wenigstens gut aussehen.«

Diane saß sprachlos da, als Kelly in den Schönheitssalon ging.

Zwanzig Minuten später kam sie wieder heraus. Sie trug eine schwarze Perücke, die hinten zu einem eleganten Knoten hochgesteckt war.

»Ich bin bereit«, sagte Kelly. »Meinetwegen können wir loslegen.«

41

»Ein weißer Lexus folgt uns«, sagte Kelly.

»Ich weiß. Sechs Männer sitzen drin.«

»Können Sie ihn abhängen?«

»Das muss ich gar nicht.«

Kelly starrte sie an. »Was?«

»Passen Sie auf.«

Sie näherten sich einem Flughafentor, an dem ein Schild mit der Aufschrift NUR FÜR LIEFERANTEN angebracht war. Der Wachposten öffnete das Tor und ließ ihren Wagen durchfahren.

Die Männer im Lexus sahen, wie Kelly und Diane ihr Auto stehen ließen und in ein Fahrzeug der Flughafenverwaltung stiegen, das in Richtung Vorfeld fuhr.

Als der Lexus vor dem Tor anhielt, sagte der Wachmann:

»Das ist eine Privatzufahrt.«

»Aber das andere Auto haben Sie doch auch reingelassen.«

»Das ist eine Privatzufahrt.« Damit schloss der Posten das Tor.

Der Wagen der Flughafenverwaltung fuhr quer über das Vorfeld und hielt neben einem Jumbojet. Als Diane und Kelly ausstiegen, wartete Howard Miller bereits auf sie. »Sie sind also heil hierher gekommen.«

»Ja«, sagte Diane. »Danke, dass Sie das alles in die Wege geleitet haben.«

»Es war mir ein Vergnügen.« Dann wurde seine Miene grimmig. »Ich kann nur hoffen, dass etwas Gutes dabei rauskommt.«

Kelly sagte: »Richten Sie bitte Lois Reynolds unseren Dank aus und sagen Sie ihr .«

Howard Miller verzog das Gesicht. »Lois Reynolds ist letzte Nacht gestorben.«

Die beiden Frauen waren einen Moment lang fassungslos.

Es dauerte einen Moment, bis Kelly wieder sprechen konnte. »Das tut mir Leid.«

»Was ist passiert?«, fragte Diane.

»Ich nehme an, ihr Herz hat versagt.«

Howard Miller blickte zu dem Jet. »Die Maschine ist startbereit. Ich habe ihnen zwei Plätze an der Tür besorgt.«

»Nochmals vielen Dank.«

Miller blickte Kelly und Diane hinterher, als sie die Gangway hinaufstiegen. Kurz darauf schloss eine Flugbegleiterin die Tür, und die Maschine rollte zur Startbahn.

Kelly wandte sich lächelnd an Diane. »Wir haben es geschafft. Wir haben diese Möchtegerngenies ausgetrickst. Was haben Sie vor, wenn wir mit Senatorin van Luven gesprochen haben?«

»Darüber habe ich noch gar nicht nachgedacht«, sagte Diane. »Kehren Sie nach Paris zurück?«

»Kommt drauf an. Haben Sie vor, in New York zu bleiben?«

»Ja.«

»Dann bleibe ich vielleicht auch noch eine Weile in New York«, sagte Kelly.

»Danach könnten wir ja zusammen nach Paris reisen.«

Sie saßen da und lächelten einander an.

»Ich musste gerade daran denken, wie stolz Richard und Mark wären, wenn sie wüssten, dass wir die Aufgabe zu Ende bringen, die sie angefangen haben«, sagte Diane.

»Ganz bestimmt.«

Diane schaute aus dem Fenster und betrachtete den Nachthimmel. »Danke Richard«, sagte sie leise.

Kelly warf Diane einen kurzen Blick zu und schüttelte den Kopf, sagte aber nichts.

Richard, ich weiß, dass du mich hören kannst, mein Liebster. Wir werden die Sache zu Ende bringen, die du angefangen hast. Wir werden dich und deine Freunde rächen. Das wird dich zwar nicht zurückbringen, aber es wird mir trotzdem ein bisschen helfen. Weißt du, was ich am meisten an dir vermisse, mein Liebling? Einfach alles.

Als die Maschine dreieinhalb Stunden später am La Guardia landete, stiegen Diane und Kelly als Erste aus. Diane dachte an Senatorin van Luvens Worte. Am Flughafen wird ein grauer Lincoln Town Car für Sie bereitstehen.

Der Wagen erwartete sie am Haupteingang zum Flughafengebäude. Daneben stand ein älterer Japaner in Chauffeursuniform. Er richtete sich kerzengerade auf, als Kelly und Diane auf ihn zugingen.

»Mrs. Stevens? Mrs. Harris?«

»Ja.«

»Ich bin Kunio.« Er öffnete die Wagentür, und sie stiegen ein.

Kurz darauf waren sie auf dem Weg nach Southampton.

»Die Fahrt dauert etwa zwei Stunden«, sagte Kunio.

»Aber die Landschaft ist sehr reizvoll.«

Das Letzte, für das sie sich interessierten, war die Landschaft. Beide dachten darüber nach, wie sie der Senatorin möglichst rasch erklären könnten, was vorgefallen war.