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Donald kam hereingefegt und erklärte, er könne mir zehn Minuten geben.»Ich verstehe nicht, was du erreichen willst«, sagte er.»Überlaß das der Polizei.«

«Wonach haben sie euch gefragt?«

«Wie das mit Fred und dem gesprengten Baumstumpf war. Ich sagte, ja, natürlich seien wir dabei gewesen. Helen und ich waren damals noch nicht verheiratet. Ich hatte sie Malcolm gerade vorgestellt, sie blieb zum Wochenende.«

«Samstag morgen«, sagte sie nickend.»Der Gärtner kam extra vorbei, um die Baumstümpfe zu sprengen. Und wie’s ihn dann umgehauen hat, das vergißt man ja nicht. Hinterher hab ich die Baumstümpfe geknipst. Das Foto ist noch in irgendeinem Album.«

«Und die Schaltuhren, erinnert ihr euch daran?«fragte ich.

«Klar«, sagte Donald.

Helen ergänzte:»Der gute Thomas hat für unsre Jungs mal zwei zum Geburtstag gebastelt, als sie gerade die Uhr lesen konnten. «Mir fiel auf, daß sie» der gute Thomas «gesagt hatte, als ob sie es ernst meinte, nicht in dem Ton von Berenice.»Sie sind bei einem Umzug verlorengegangen.«

«Wo ist Malcolm?«fragte Donald brüsk.

«Ich weiß es nicht.«

«Du lügst«, sagte er, doch diesmal tat er mir unrecht. Malcolm und Ramsey Osborn hatten einer Frau zufolge, mit der ich am Abend vorher telefoniert hatte, Osborns Residenz verlassen und ihr keine Nummer genannt, unter der sie zu erreichen waren. Ich könnte es morgen noch mal versuchen, hatte sie gesagt. Bis dahin werde Mr. Osborn ihr sicher Bescheid geben; er tue das meistens.

«Hat einer von euch«, fragte ich,»an dem Wochenende, als er bewußtlos in den Wagen gesteckt wurde, Malcolms Spur nach Cambridge verfolgt?«

Ich hatte nichts als eine negative Antwort erwartet, aber die Frage kam für sie überraschend, und Helen erschrak regelrecht.

«Du?«sagte ich zu ihr.

«Nein, natürlich nicht«, fiel Donald rasch ein.»Wir konnten unmöglich wissen, daß er zu der Auktion nach Newmarket fahren würde, falls du das andeuten willst.«

«In dem Hotel in Cambridge hieß es, drei Leute — zwei Männer und eine Frau — hätten nachgehört, ob Malcolm da wohnt«, sagte ich.»Einer war Norman West, wer waren die anderen? Ich behaupte nicht, daß ihr auf der Auktion in

Newmarket wart, aber hat einer von euch Malcolm gesucht?«

Sie sahen mich finster an. Dann sagte Helen:»Na ja, schon.«

«Weshalb?«fragte ich.

Donald räusperte sich.»Ich brauchte seine Unterschrift auf einer Bürgschaft.«

«Weiter. Was für eine Bürgschaft?«

«Für ein kurzfristiges Bankdarlehen. «Er schluckte.»Ich dachte, er macht’s vielleicht…«

«Wir brauchten das Geld schleunigst«, sagte Helen.»Der Bankmanager sagte Donald, wir bekämen es, wenn Malcolm dafür bürgte. Dann war Malcolm nicht aufzutreiben. Wir mußten überlegen, wo er sein könnte, und er fährt ja immer nach Cambridge. Donald und ich haben das nur so durchgesprochen, drüber nachgedacht, herumgeraten… Tja, und als Donald dann rüber ins Clubhaus ging, hab ich einfach den Führer vom Touringclub rausgeholt, die Hotels in Cambridge nachgeschlagen und es, ohne wirklich dran zu glauben, bei zweien versucht. ganze zwei. und in dem zweiten war er. Als Donald heimkam, sagte ich ihm das, und das erstaunliche war, er hatte den gleichen Einfall gehabt und mit demselben Erfolg. «Sie hielt inne.»Wir waren ziemlich verzweifelt, weißt du?«

«Red nicht so«, sagte Donald.»>Verzweifelt< gibt ein falsches Bild.«

«Wofür brauchtet ihr das Geld?«fragte ich.

Sie blickten einander an, die Stirnen sorgenvoll gefurcht. Widerstrebend, aber als wäre er zu einer Entscheidung gekommen, sagte Donald schließlich:»Wir mußten überraschend Zinsen zahlen. Ich hatte einen dreimonatigen Zinsaufschub für einen Kredit ausgehandelt, jedenfalls bildete ich mir das ein, und dann kam eine knallharte Forderung. Ich solle sofort zahlen, sonst würde ein Verfahren angestrengt. «Die

Verzweiflung, die er geleugnet hatte, war eindeutig dagewesen, sie klang noch in seiner Stimme nach.

«Ich konnte doch nicht zulassen, daß das im Golfclub herumgeht, oder?«wollte er wissen.»Niemand von der Familie konnte mir auf die Schnelle einen größeren Betrag leihen. Unser Bankkonto ist immer bis an die Grenze überzogen. Die Finanzierungsgesellschaft war eisern. Ich wußte, daß Malcolm mir das Geld nicht geben würde, er hat ja so blödsinnig verdrehte Ansichten, aber ich dachte, er bürgt vielleicht… nur für kurze Zeit.«

Damit das ganze Kartenhaus nicht einstürzte — schon möglich. Malcolm war nicht grausam. Er hatte sogar Edwin schon manchmal Geld geliehen. Donald, dachte ich, hätte gute Aussichten gehabt.

«Aber als ihr wußtet, wo er war, habt ihr euch nicht mit ihm in Verbindung gesetzt, oder?«

«Nein«, sagte Donald.»Ich war nicht davon begeistert, Malcolm unsere Sorgen zu erzählen. Ich wollte nicht als Narr dastehen, und Helen fand einen anderen Ausweg.«

Ich schaute sie fragend an.

«Hab meine Klunkern versetzt«, sagte sie in einem tapferen Bemühen um Leichtigkeit.»Sie nach London gebracht. Meine ganzen schönen Steinchen. «Sie hielt den Kopf hoch, um nicht zu weinen.

«Verpfändet?«sagte ich.

«Wir holen sie uns wieder«, meinte sie beherzt, entgegen ihren Zweifeln.

«Wann hast du sie versetzt?«

«Mittwoch. Donald hat das Geld in bar zu der Finanzierungsgesellschaft gebracht, und jetzt haben wir drei Monate Luft.«

Mittwoch, dachte ich. Der Tag nach dem gescheiterten

Anschlag auf Malcolm in Newmarket.

«Wann fing die Finanzierungsgesellschaft an, euch zu drohen?«

«Am Donnerstag davor«, sagte Helen.»Sie gaben uns eine Woche. Sie waren hundsgemein, fand Donald.«

«Vivien wollte, daß Malcolm uns unter die Arme greift«, grollte Donald,»und er hat sich glatt geweigert.«

«Nun«, sagte ich leise lächelnd,»sie hat ihn einen üblen, rachsüchtigen, schäbigen Tyrannen geschimpft, und das ist nicht die allerbeste Methode, um Malcolm zur Freigebigkeit zu überreden. Mit netten Worten wäre es ihr vielleicht geglückt.«

Helen sagte:»Du bist doch der einzige, auf den er hört. Mir ist es egal, ob du Millionen mehr bekommst als wir. Die anderen regen sich darüber auf, sie glauben nicht an die gleichen Anteile in seinem Testament, aber mir ist das schnurz. Könntest du nur einfach mal… ich meine…«

«Ich will’s versuchen«, versprach ich,»aber das mit den gleichen Anteilen stimmt.«

Es fiel auf taube Ohren. Sie glaubten, was sie glauben wollten, der ganze Verein; nährten und verstärkten ihre Befürchtungen jedesmal, wenn sie miteinander sprachen.

Ich ließ Donald und Helen allein mit ihren antiken Möbeln und ihrer wackligen Fassade und trudelte weiter nach Quantum, um zu sehen, wie die Dinge sich entwickelten.

Nicht schnell, war die Antwort. Der Platz war verlassen bis auf einen einsamen Polizisten in Uniform, der vor der einstigen Haustür in einem Streifenwagen saß: Man konnte jetzt mitten durch das Haus sehen. Die Plane, die vom Dach herabgehangen hatte, war verschwunden. Der Polizist war derselbe, der mich auf meiner Fenstererkundungstour begleitet hatte, und wenn ich nicht irrte, war er froh, daß ein Besucher seine eintönige Wacht belebte.

Er schaltete den Funk ein und meldete sinngemäß, daß Mr. Ian Pembroke vorbeigekommen sei. Eine Rückfrage kam, die er an mich weitergab: Würde Mr. Pembroke nachher kurz bei der Polizeistation hereinschauen? Mr. Pembroke würde.

Der Polizist und ich gingen zur Rückseite des Hauses. Mr. Smith war fort, seine Helfer auch. Der letzte Schutt war ausgeräumt und brachte den Container zum Überlaufen. Eine schwarze Plastikplane, wie man sie zum Abdecken von Heuschobern benutzt, lag, wo vor einer Woche die Wände meines Zimmers heruntergekommen waren. Die Innentüren waren mit Sperrholz verschlagen wie die Fenster, um Plünderer zurückzuhalten, und der demolierte Treppenkopf war abgesperrt. Ein Haus mit herausgerissener Mitte; zehn Meter gähnende Leere zwischen noch stehenden Flügeln.